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Sprachentwicklung im Autismus Spektrum nach Gespenst ®

In der Gespenst-Methode wird Sprachentwicklung im Autismus Spektrum nicht als lineares Lernen verstanden, sondern als innerer Verarbeitungsprozess. Worte, Satzmelodien oder ganze Dialoge tauchen wie ein Gespenst auf: sie sind da, wiederholen sich, verschwinden wieder und kommen erneut. Echolalien sind dabei kein „Nachplappern“, sondern ein Zeichen, dass Sprache im Inneren sortiert, gefüllt und emotional verknüpft wird. Das Gespenst steht für Sprache, die noch nicht gezielt steuerbar ist, aber bereits Bedeutung trägt. Erst wenn Sicherheit, Regulation und Verstehen gewachsen sind, wird aus dem Gespenst eine eigene Stimme.

Kind hält Stöcke

Wo entstand die Gespenst ® Methode?

Das Gespenst nach Lisa Klaar hat seinen Ursprung in den USA und kommt aus der praxisnahen Autismus- und Sprachentwicklungsarbeit. Es ist keine Therapieform, sondern ein Erklär- und Denkmodell, das Eltern, Fachpersonen, Lehrpersonen, Ärztinnen und Institutionen hilft, Echolalien und Sprachverarbeitung im Autismus Spektrum besser zu verstehen.

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Sprache wird nicht sofort bewusst genutzt, sondern taucht zuerst als Echo auf. Worte, Sätze oder Intonationen sprechen durch das Kind, weil das Gehirn sie innerlich verarbeitet. Das Gespenst steht für Sprache, die bereits vorhanden ist, aber noch nicht steuerbar. Erst mit Sicherheit, Regulation und Beziehung wird aus dem Gespenst eine eigene, funktionale Sprache.

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Das Modell wird in den USA vor allem zur Psychoedukation genutzt – für Eltern, Schulen, Kitas, Pflege, Heil- und Sozialpädagogik sowie in der Zusammenarbeit mit Kinderärzten. Es entlastet, weil es Echolalie nicht pathologisiert, sondern als Entwicklungsschritt erklärt.

Wie ich mit dem Gespenst®-Modell arbeite

Die Gespenst Methode ist mehr eine Haltung die ich vertrete.

Ich erkläre Eltern, Fachpersonen, Lehrpersonen und Ärztinnen, dass Echolalien kein Fehlverhalten sind, sondern Sprache in Verarbeitung. Das Gespenst macht sichtbar: Sprache ist bereits da, aber noch nicht bewusst steuerbar.

 

Im Alltag beobachten wir gemeinsam, wann Wiederholungen auftreten und in welchen Situationen – bei Überforderung, Freude oder zur Regulation. Wichtig dabei: nicht stoppen, nicht verbessern, nicht testen. Der Fokus liegt zuerst auf Sicherheit durch Reizreduktion, klare Strukturen und emotionale Begleitung, denn nur ein reguliertes Nervensystem kann Sprache integrieren. Anschliessend übersetzen wir die Bedeutung der Echolalie: Wofür wird sie genutzt – zur Beruhigung, zur Verbindung, für Übergänge oder zum Ausdruck von Gefühlen. Fällt der Druck weg, entwickelt sich aus dem Gespenst mit der Zeit eine eigene, funktionale Stimme, passend zum Kind.

Für wen eignet sich Gespenst®?

Dieses Vorgehen ist geeignet für Eltern von Kindern im Autismus Spektrum oder AuDHS oder PDA-Profil, die Echolalien besser verstehen und ihr Kind ohne Druck begleiten möchten. Es richtet sich ebenso an Fachpersonen, Lehrpersonen, Kindergarten- und Kita-Betreuungspersonen, Heil- und Sozialpädagoginnen, Pflegefachpersonen sowie Ärztinnen und Kinderärzte, die Sprachentwicklung ausserhalb der Norm bei Kindern fachlich einordnen und im Alltag sinnvoll unterstützen wollen. Das Modell eignet sich besonders für  Kontexte, in denen Aufklärung, Entlastung und ein gemeinsames Verständnis zentral sind.

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